Rahmenbedingungen in der Pflege verbessern – BM Spahn in Büchenbach

BÜCHENBACH – Seit vielen Jahren gibt es in der Pflege einen Trend zur Arbeitsverdichtung. „Fünf Patienten, die auf einmal klingeln, und zwölf Tage Arbeit am Stück.“ Das sind Arbeitsbedingungen wie sie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf seinen Reisen durch die Republik geschildert bekommt. Gestern hat der CDU-Politiker bei einem Besuch im Seniorenhof Büchenbach sein Konzept für eine Verbesserung der stationären Pflege in Deutschland erläutert.

„Wir arbeiten Schritt für Schritt daran, dass sich der Alltag für das Pflegepersonal in den Heimen spürbar verbessert“, skizzierte der CDU-Politiker den Rahmen, der mit Entscheidungen aus seinem Hause ausgefüllt werden soll. Als ersten Schritt auf dieser Reise bezeichnete er die bundesweit 13 000 zusätzlichen Pflegekräfte, die ab 1. Januar 2019 von Berlin finanziert werden. 1000 davon entfallen auf Bayern. Zugleich sah Spahn aber auch die Arbeitgeber in der Pflicht. „Nur mit ihnen gemeinsam wird es gelingen die Rahmenbedingungen für den Pflegeberuf so attraktiv zu gestalten, dass der Notstand behoben werden kann“, war Spahn überzeugt. „Bezahlung, Schichtpläne, Vereinbarkeit mit der Familie, technische Unterstützung und betriebliches Gesundheitsmanagement, damit auch Ältere Perspektiven haben“, zählte er als Verbesserungspotential im Bereich der Heimträger auf. Spahn war es besonders wichtig, konkrete Verbesserungen herbeizuführen, „aber nicht Traumschlösser zu versprechen“. Er wolle Vertrauen zurückgewinnen.

Spahn war auf Einladung des Kreisverbands der Jungen Union in den Landkreis Roth gekommen. Nach einem Rundgang durch den Seniorenhof der Diakonie Neuendettelsau und einem Gespräch mit Pflegekräften aus dem Haus stellte sich Spahn der Diskussion mit Vertretern der Diakonie, Pflegeexperten, Betroffenen und CSU-Kommunalpolitikern. Dabei forderten Vertreter der Diakonie Neuendettelsau eine bessere Verzahnung ambulanter und stationärer Angebote für Senioren. „Sowohl auf Seiten der Pflegekräfte als auch der Senioren, um gleitende Übergänge zu ermöglichen“, sagte Mathias Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Neuendettelsau.

Zugleich regte Daniel Nagl neue Strukturen für die Altenhilfe an. In einem Quartierskonzept hielt es der JU-Kreisvorsitzende für möglich, Versorgungsketten zu schaffen, die Senioren optimal und so lange wir möglich in den eigenen vier Wänden versorgen. Jens Spahn hielt beides für Erfolg versprechend. „Das ist eine Art integrierte Versorgung, die flexibel reagiert“, verglich Spahn diesen Ansatz mit Systemen aus dem medizinischen Bereich und erklärte, es gebe solche Konzepte bereits in der Praxis. Jürgen Zenker, Diakonie-Vorstand der Dienste für Menschen, brachte die Eigenanteile Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen bei stationärer Pflege zur Sprache. „Alle Lohnsteigerungen werden von ihnen mitgetragen“, sagte Zenker und stellte die Frage nach Maßnahmen, um den Anstieg der Zuzahlung zu begrenzen. „Einer zahlt immer“ entgegnete Spahn und kündigte an, die Pflegeversicherung ohnehin bald um 0,5 Punkte erhöhen zu müssen. Eigenverantwortung werde auch in Zukunft eine Rolle spielen.

Kreisrätin Cornelia Griesbeck regte an, Pflegeheime auch dafür zu entlohnen, dass sie Bewohner wieder fitter machten. Zugleich sollten Krankenhäuser ein besseres Entlassungsmanagement installieren. „Damit Senioren an der richtigen Stelle versorgt werden“, so Griesbeck. Jens Spahn hielt das für richtig und wichtig. „Dann kann vor allem die geriatrische Reha Pflegebedürftigkeit oft verhindern“, erklärte der Bundesgesundheitsminister.

Mit freundlicher Genehmigung durch Robert Schmitt


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