Selbsthilfe stützt Landwirtschaft

Roth (dn) Die Landwirtschaft ist seit Jahren im Umbruch. Durch an Umfang massiv gewachsene Vorschriften und technische Innovationen wird das zum Einsatz kommende Gerät teurer. Gleichzeitig werden, bedingt durch Preisdruck mehr kleinere Betriebe aufgegeben, oder nur noch im Nebenerwerb geführt. Die verbleibenden Betriebe wachsen. Was diese Konzentrations- und Technisierungsprozess für den Maschinenring, als Verein der landwirtschaftlichen Selbsthilfe bedeutet wollte der Kreisverband der Jungen Union vom MR-Vorsitzenden Georg Schiffermüller und Geschäftsführer Harald Winter wissen. Der Einladung des JU-Kreisvorsitzenden Daniel Nagl folgten unter anderem der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion in Roth Daniel Matulla und die Allersberger CSU-Markträtin Anja Haußner.

Der Maschinenring selbst ist als Verein eine Non-Profit-Organisation. Neben, für einzelne Landwirte oder Kleingemeinschaften oft zu teuren, Fahrzeugen werden vom Maschinenring auch Dienstleistungen im land- und forstwirtschaftlichen (lof) Bereich vermittelt. Durch die Erbringung von Dienstleistungen für andere Landwirte und Bürger können die Mitglieder des MR ihre Betriebsausgaben stabilisieren. Diese subsidiäre Selbsthilfe wird durch den Staat gefördert. Insgesamt knapp 58.000 Arbeitsstunden erbringen zwei Festangestellte und ca. 60 nebenberufliche Betriebshelfer beim MR Roth in diesem Bereich. Hier macht sich auch für den Maschinenring der Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft bemerkbar. „Wir könnten mehr Aufträge annehmen“, so Winter. Jedoch seien Betriebe heute oftmals so groß, dass ein Zuerwerb beim Maschinenring für Landwirte nicht mehr möglich bzw. attraktiv erscheint. „Oder die Nebenerwerbslandwirte haben bereits einen Job. Wir profitieren daher enorm von den „RR“, den rüstigen Rentnern in der Landwirtschaft. Sie entlasten Betriebe enorm, vor allem dort, wo häusliche Pflege die Angehörigen bindet.“

Daher will man beim MR in den nächsten Jahren die Zahl der festangestellten Betriebshelfer erhöhen. Fünf Prozent der ordentlichen Mitglieder, also rund 70 Landwirte, arbeiten über den Maschinenring außerdem im Bereich der Landschaftspflege. Weniger bekannt ist, dass der MR sich über seine Tochter-GmbH auch an Ausschreibungen z.B. bei der Straßenbegleitbegrünung beteiligt und im Winterdienst aktiv ist. „Die kleinste von uns betreute Winterdienstfläche sind 2,8 Quadratmeter Gehweg bei einer älteren Dame, die größte die 7,5 Hektar des Huma-Parkplatzes“, fasste Winter die Spannweite zusammen.

Zum Abschluss bringen die MR-Vertreter noch eine politische Sorge an: Paragraf 2 im Güterverkehrsgesetz des Bundes müsse bestehen bleiben. „Urproduktion darf nicht mit Gewerbe gleichgesetzt werden“ so Schiffermüller. Auch weiterhin sollen Landwirte, die eigene land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse oder Bedarfsgüter des landwirtschaftlichen Betriebs – auch in Nachbarschaftshilfe oder im Rahmen eines Maschinenrings im Umkreis von 75 Kilometern und mit einer von der Kfz-Steuer befreiten Zugmaschine inkl. Anhänger bis 40 km/h von den Regelungen des Güterverkehrsgesetzes befreit transportieren können. Denn, so Winter, man könne nicht von den Landwirten immer mehr Leistungen, etwa bei der Landschaftspflege politisch einfordern, „und ihnen dann bei der Güterverkehrsgesetzgebung, die Stuhlbeine weg sägen.“


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