Pragmatismus statt Wunschpolitik

Banner Leserbrief Asylbewerber ins Ehrenamt

Leserbrief unseres Kreisvorsitzenden Daniel Nagl

(Hinweis: für den Inhalt des Textes ist der Autor nicht der JU-Kreisverband verantwortlich)

„Leserbrief zum Artikel „Experten-Runde war sich einig: Arbeit ist die beste Integration“ im ST, vom 27.01.2016

In der Asylpolitik gilt zurzeit das alte Prinzip: „Es wurde schon alles gesagt – nur noch nicht von jedem“. Innovation ist rar. Auch die SPD Schwabach veranstaltete also ein Podium zur Integration in den Arbeitsmarkt. Herrn Dörr von der Kreishandwerkerschaft ist vollkommen Recht zu geben. Junge Migranten können eine Bereicherung für unser Handwerk sein. Der Freistaat setzt sich mit 188 BAF-Klassen dafür ein.

Aber immer wieder gibt es, auch im Landkreis Roth, Fälle, in denen Ausbildungsversuche junger Asylbewerber scheitern. Sie scheitern nicht an der Motivation in den Betrieben, sondern an der Sprachkenntnis. Es ist wie Frau Rohrmüller zitiert wurde: von einem jungen Flüchtling zu erwarten, dass er innerhalb von wenigen Monaten ein Deutsch spricht, mit dem er auch auf einer oberpfälzer Baustelle auskommt, ist illusorisch.

Vielleicht müssen wir hier daher weiterdenken. Unsere Ehrenamtlichen – vom Sportverein bis zur Tafel suchen händeringend nach Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. Wäre es nicht denkbar, junge Asylbewerber zu einem solchen Einsatz neben der BAF-Ausbildung anzuhalten? Könnten sie so nicht zeigen, dass auch sie sich für das Gemeinwohl einsetzen wollen und gleichzeitig bis zu ihrem Ausbildungsstart peut à peut in ganz praktischen Alltagssituationen – im Jugendtraining, bei der Essensausgabe etc. – bei denen es nicht auf jede Fachvokabel ankommt, die deutsche Sprache inklusive Dialekt erlernen?

Ich würde es begrüßen, wenn sich die Experten darüber einmal Gedanken machten, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und das Ehrenamt zu stärken.

Daniel Nagl
JU-Kreisvorsitzender im Landkreis Roth“

 


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