JU erbittet Zahlen zu Flüchtlingskriminalität

JU KA Feb 2016

Roth/Mfr.(dn) „Angeblich sind Flüchtlinge nicht mehr und nicht weniger kriminell als Einheimische. Mehrere Studien belegen dies; zuletzt die Erhebungen des Chefs der Braunschweiger Kriminalpolizei. Wenn man sich die meisten Talkshows und unzählige Facebook-Einträge ansieht, könnte man allerdings den Eindruck bekommen, vor allem Frauen seien heute deutschlandweit akut gefährdet, Opfer krimineller Übergriffen durch Flüchtlinge zu werden.“ Für den Kreisvorsitzenden der Jungen Union im Landkreis Roth Daniel Nagl passt das nicht zusammen. „Entweder stimmen die Statistiken zur Ausländerkriminalität nicht. Oder viele der Meldungen in den Medien und sozialen Netzwerken sind Falschmeldungen, beziehungsweise die geteilten Fahndungsaufrufe das Produkt von Falschanzeigen“, stellt der Politik- und Kommunikationswissenschaftler zwei mögliche Erklärungsansätze auf.

„Wo Behauptungen ungeprüft bleiben,
können sie in der massenmedialen Kommunikation
sehr schnell als Realität wahrgenommen werden.“

Vergangenen Mittwoch beschäftigte sich deshalb der Kreisausschuss der Jungen Union im Landkreis Roth mit dem Thema. Nach Wortmeldungen von  Fabian Giersdorf (zur Veröffentlichung von Personenmerkmalen) und Christian Albrecht (zu Wirkmechanismen sozialer Medien) entschied der Kreisausschuss einstimmig, sich für eine empirische Grundlage in der – vor allem medial – immer heftiger geführten Debatte einzusetzen. „Mich beunruhigen Meldungen über versuchte sexuelle Übergriffe genauso, wie wenn wir, etwa beim „Fall Lisa“, vorgeführt bekommen, welches Ausmaß an Hass Falschaussagen erzeugen können“, unterstrich die stellvertretende Kreisvorsitzende Barbara Thäder das Ansinnen der JU.

In einem zweiseitigen, der Redaktion vorliegenden, Brief wandten sich die jungen Christsozialen mit sieben Fragen an den Polizeipräsidenten von Mittelfranken Johann Rast. Unter anderem wollen sie wissen, wie sich „jeweils die Zahlen der zur Anzeige gebrachten sexuellen Belästigungen/Vergewaltigungen/räuberischen Überfälle/(Laden-) Diebstähle im Landkreis Roth/dem Bezirk Mittelfranken zwischen Januar 2014 und Dezember 2015 verändert“ haben, in wie vielen Fällen „Ermittlungen abgeschlossen“ werden konnten und in wie vielen der jeweiligen Ermittlungen sich die Fälle „als verfälschte oder gänzliche Falschbehauptungen“ herausgestellt haben.

„Wir sind gespannt auf die Antwort aus dem Polizeipräsidium, so Kreisvorsitzender Nagl. „Wir glauben diese Anfrage ist notwendig, um endlich Klarheit darüber zu haben, wie groß die Gefährdungslage in Mittelfranken wirklich ist. Nichts hilft Organisationen wie AfD und PEGIDA, denen es darum geht, Angst zu verbreiten, so sehr, als Unwissen über die reale Faktenlage. Wo Behauptungen ungeprüft bleiben, können sie in der massenmedialen Kommunikation sehr schnell als Realität wahrgenommen werden“, warnte Nagl. Jeder, der wie die Junge Union eine verantwortungsvolle Politik für die Menschen vor Ort machen wolle, müsse deshalb Fakten fordern und einzig auf ihrer Grundlage Politik betreiben.


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