JU lässt sich von JVP Parteierneuerung erklären

Roth/Wien/Brünn/Bratislava (dn) „Wie organisiert man eine Parteierneuerung so zügig und erfolgreich?“ Markus Patscheider, der Sekretär für internationale Beziehungen der Jungen ÖVP, der Partei des 31-jährigen österreichischen Außenministers und Kanzlerkandidaten Sebastian Kurz, musste bei der Frage des Rother Kreisvorsitzenden der Jungen Union Daniel Nagl kurz grinsen. Trotz Wahlkampfendspurt blickt man in Wien auch nach München. Eine siebenköpfige Delegation des Kreisverbandes der JU um Nagl, seine Stellvertreterin Barbara Thäder und Kreiskassier Daniel Banse empfing die JVP deshalb gerne in der ÖVP-Parteizentrale in Wien.

ÖVP Spitzenkandidat Kurz wurde im Frühjahr als Bundesobmann gewählt, nachdem sein Vorgänger Reinhold Mitterlehner überraschend zurücktrat und seither die altehrwürdige ÖVP hinter eine jugendlich anmutende Bewegung nach Vorbild des französischen Präsidenten Emanuel Macron (39) schob. „Wichtig ist, dass es Leute in der Partei gibt, die der Jugend etwas zutrauen“, so Patscheider mit Blick darauf, dass Kurz durch seine Partei mit nur 24 zum Staatssekretär gemacht wurde – „und dass man dann liefert.“ Die Junge ÖVP hat sich seit 2011 hinter „ihrem“ Staatssekretär und -minister gesammelt, der landesweit junge Menschen in die Partei lockt und durch eine Änderung der Wahlmodalitäten ein Vorbeiziehen junger Kandidaten an Platzhirschen bei der Wahl kommenden Sonntag „zumindest in einer Hand voll Fälle“ (Patscheider) möglich machen könnte. Den Gästen aus Franken nötigt diese Emanzipation der Jugend gegen andere parteiinterne Gruppen und „Platzhirsche“ Respekt ab.

Weniger um Machtpolitik und Wahlkampf als vielmehr darum, welche Rolle Österreich bei der durch Kommissionspräsident Juncker und den französischen Präsidenten Macron angestoßenen Weiterentwicklung der EU einnehmen wird, ging es beim Treffen der Delegationsgruppe mit dem Präsidenten der Paneuropa Jugend Österreich Phillip Stephan Jauernik am Abend.

Von Wien reiste die Delegation weiter in die tschechische Region Südmähren, mit der der Bezirk Mittelfranken partnerschaftliche Beziehungen aufbaut, um dort den Extremismusforscher Prof. Miroslav Mares zu treffen. Mares verwies darauf, dass es christliche Parteien durch eine historisch bedingt niedrige Quote an Gläubigen schwer hätten. Außerdem seien viele Menschen in den ländlichen Gebieten „anfällig für simple Erklärungsmuster“ und verbinden die EU nicht mit dem Wohlstandswachstum oder den Chancen, die sie Tschechien gebracht hat, sondern blicken neidisch nach Österreich oder Deutschland.

Den Abschluss der Rundreise durch Teile der ehemaligen Habsburg-Monarchie bildete ein vom Regionalleiter der Hanns-Seidel-Stiftung Martin Kastler vermitteltes Treffen mit dem Sekretär für internationale Beziehungen der, 2013 knapp aus dem Nationalparlament gewählten, CSU-Schwesterpartei KDH, Marek Drego und dem Vorsitzenden der bürgerlichen Parteijugend ODM Andrej Stancik in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.


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